English | Francais




Filmkritik zu Star Wars 9: Ein gutes Ende für die Skywalker-Saga?


Image Description

In der Episode 9 kämpfen Gut und Böse ein vorerst letztes Mal um das Schicksal des Star-Wars-Universums.

Was 1977 seinen Anfang nahm, findet nun sein vorläufiges Ende. 42 Jahre, nachdem der Krieg der Sterne mit einer Neuen Hoffnung begann, schließt die dritte und finale Trilogie aus der weit, weit entfernten Galaxis mit Star Wars: Episode 9 - The Rise of Skywalker die Saga ab. Die Frage ist nur: Gelingt der Abschluss oder vielmehr der Aufstieg der Skywalkers - und liefert uns Episode 9 damit ein zufriedenstellendes Finale?


Mit Die letzten Jedi hat der letzte Star-Wars-Film Ende 2017 für gespaltene Fan-Lager gesorgt. Manche lieben ihn, manche hassen ihn. Allerdings stammte Star Wars 8 auch von einem anderen Regisseur (Rian Johnson), für Teil 9 kehrt nun J.J. Abrams in den Regiestuhl zurück, um zu beenden, was er mit Episode 7 begann.

Vereint Star Wars 9 nun also alle Lager? Mit Sicherheit nicht. Die Marke Star Wars ist inzwischen viel zu groß, um wirklich jeden einzelnen Fan glücklich machen zu können. Aber bringt The Rise of Skywalker die große Sage wenigstens zu einem sinnvollen Ende? Das schon eher. Obwohl bei weitem nicht alles in dem Film Sinn ergibt.

Alle Infos zum KinostartAlles, was ihr über Star Wars 9 wissen müsst

Spoilerfreie Kritik:
Keine Sorge! Wir verraten in diesem Artikel keine Details, Wendepunkte und Hintergründe zur Handlung von Star Wars: Episode 9. Ihr könnt also ruhigen Gewissens weiterlesen, sofern ihr unser Fazit zum Film wissen wollt. Wer vorab absolut gar nichts erfahren will, sollte natürlich bis nach dem Kinobesuch warten. Deutscher Kinostart von Der Aufstieg Skywalkers ist der 19. Dezember.

Finaler Trailer zu Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers verspricht das Ende der Saga




  RaZa.red
 

Entdecke alle Videos des Rap Newcomer RaZa


  Mehr Videos


Worum geht's in Star Wars 9?

Der Film startet mit einer Info, die inzwischen kein Spoiler mehr ist, weil schon der erste Trailer sie verriet: Der Imperator lebt offenbar! Zumindest sendet der gute, alte Palpatine von irgendeinem geheimen Ort aus ein Signal in die Galaxie und das nachdem wir eigentlich alle dachten, er wäre am Ende von Episode 6 gemeinsam mit dem zweiten Todesstern vernichtet worden.





Nun machen sich sowohl die Guten als auch die Bösen auf den Weg, um den alten Star-Wars-Oberschurken aufzuspüren und auszuschalten. Kylo Ren will als Supreme Leader der Ersten Ordnung keine Konkurrenz im Schurken-Business und die Rebellen rund um Rey, Leia, Finn, Poe und Co. wollen die Galaxis vor der Rückkehr des Imperiums beschützen.

Es folgt also eine 142 Minuten lange Schnitzeljagd, auf der unsere Heldinnen und Helden alle möglichen Planeten besuchen, alte Sith-Artefakte sammeln und durch die Ruinen des kaputten Todessterns stolpern.

Das ist der zweite Todesstern aus Episode 6 und ja, da müssen unsere Helden irgendwie rein.Das ist der zweite Todesstern aus Episode 6 und ja, da müssen unsere Helden irgendwie rein.

Die Story führt uns an deutlich mehr und vor allem spannendere Schauplätze als zuletzt noch Star Wars 8 (den Ausflug nach Canto Bight hätte schließlich niemand gebraucht), das heißt allerdings wenig. Teil 9 bleibt mit Wüsten-, Wald- und ... ähm ... verregneten Planeten weit hinter der Kreativität der Prequels zurück. Endor- und Tatooine-Verschnitte haben wir einfach schon zu oft gesehen.

Die helle Seite des Aufstieg Skywalkers

Zumindest unterhält Star Wars 9 aber als Fantasy- und Action-Film die meiste Zeit über ganz ordentlich. Wir bekommen spektakuläre Lichtschwertkämpfe, aber auch rührende Szenen - beispielsweise wenn die bereits 2016 verstorbene Carrie Fisher als General (Prinzessin) Leia auftritt. Und es gibt freilich auch wieder eine ganze Menge Humor. Gerade die Scherze von Finn, Poe und C-3PO lockern die Anspannung des Films regelmäßig angenehm auf.

Auch zwei neue Nebencharaktere wollen wir positiv hervorheben: Der kleine Droide Dio und der ebenso kleine Alien-Mechaniker Babu Frik sorgen allein durch ihre witzige Sprechweise für einige Lacher (Babu Frik zum Beispiel brabbelt wie ein Betrunkener, aber alle verstehen ihn ohne Probleme). Allerdings gibt es bei Star Wars 9 auch viele Aspekte, bei denen wir ein ganz mieses Gefühl bekommen haben.

Die dunkle Seite des Aufstieg Skywalkers

Zunächst wären da mal einige Logikfehler, bei denen Der Aufstieg Skywalkers uns einfach Dinge vorsetzt, die wir als Zuschauer dann einfach hinnehmen sollen. Zum Beispiel können Rey und Kylo Ren neuerdings mit Hilfe der Macht nicht nur über ewig weite Strecken hinweg miteinander sprechen, sie können sich sogar Gegenstände übergeben. Wie das gehen soll? Naja, mit der Macht halt irgendwie.

Generell hilft immer die Macht aus, wenn der Film irgendeine Erklärung für ein Problem oder eine neue Entwicklung benötigt. Mal hat Rey eine Vision, mal hat Finn eben einfach "ein Gefühl" und schon wird damit die Handlung vorangetrieben. Theoretisch trauen wir der Macht sowas auch durchaus zu, aber der Film setzt so oft auf unerklärliche Das-funktioniert-jetzt-halt-so-Momente, ohne sie genauer zu beleuchten, dass es negativ auffällt.

Wenn die Macht mitmachtDas sind die 13 besten Star-Wars-Videospiele

Rey und Kylo Ren treten in Star Wars 9 gleich mehrfach gegeneinander an, manchmal sogar nur in einem Fantasie-Kampf.Rey und Kylo Ren treten in Star Wars 9 gleich mehrfach gegeneinander an, manchmal sogar nur in einem Fantasie-Kampf.





Das liegt auch daran, dass Episode 9 viele Handlungsstränge und offene Fragen aus den Episoden 7 und 8 zusammenführen oder schnell irgendwie beantworten muss. Gerade mit den Entwicklungen seines direkten Vorgängers The Last Jedi stößt The Rise of Skywalker dabei immer wieder aneinander. Allein die ersten zehn Minuten von Star Wars 9 wirken wie eine Kurzfassung von all dem, was in Star Wars 8 mal besser hätte passieren sollen, damit die Geschichte wirklich voran getrieben wird.

Ein würdiger Schluss für die Skywalker-Saga

Trotz all dieser Schwächen ist Der Aufstieg Skywalkers kein durch und durch schlechter Film, in der Rangliste der Star-Wars-Episoden würden wir ihn (nach einmaligem Kinobesuch) dennoch in der unteren Hälfte einordnen. Auf der einen Seite schafft es der neunte Teil der Saga, die Geschichten der wichtigsten Charaktere zu einem runden und klarem Abschluss zu führen, sowohl die auf der hellen, als auch die auf der dunklen Seite.

Alte Star-Wars-Charaktere wie Leia, aber auch die Jungspunde wie Rey bekommen allesamt ein eigenes Ende. Manche davon sind mehr, manche weniger befriedigend.Alte Star-Wars-Charaktere wie Leia, aber auch die Jungspunde wie Rey bekommen allesamt ein eigenes Ende. Manche davon sind mehr, manche weniger befriedigend.

Auf der anderen Seite wählt Regisseur J.J. Abrams in Episode 9 eben meist den einfachen Weg, um einen runden Abschluss der Skywalker-Saga zu erreichen. Er überrascht nur selten (unvorhersehbare Wendungen wie den "Ich bin dein Vater"-Moment in Episode 5 gibt's zum Beispiel gar nicht).


  RaZa.red
 

Entdecke alle Videos des Rap Newcomer RaZa


  Mehr Videos


Das liegt aber nicht unbedingt an The Rise of Skywalker selbst, sondern an der gesamten Sequel-Trilogie. Die Episoden 7 und 8 haben zu viele Fragen aufgeworfen, die sich jetzt nicht mehr befriedigend beantworten lassen. Gleichzeitig fehlt der Geschichte um Rey und Kylo Ren die emotionale Tragweite, die einst die Heldenreisen von Luke Skywalker und auch dessen Vater Anakin Skywalker ausgemachte.

Dennoch: Mit viel Humor, schick inszenierten Kämpfen, überzeugendem Schauspiel von allen Hauptdarstellern und vielen befriedigenden Abschlüssen liefert Episode 9 Der Aufstieg Skywalkers ein würdiges Ende für die Sequel-Trilogie. Das Gesamtkunstwerk Star Wars hätte sicherlich mehr Überraschungen und noch spannendere Charakterentwicklungen verdient, aber Star Wars ist ja auch noch nicht auserzählt, sondern nur die Skywalker-Saga.


Fazit der Gamestar Redaktion lesen.

Quelle: Gamestar.de



Top Nutzer



Sociale Links