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Gut, dass es Frauchen gibt


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Quelle Bild:https://www.br.de/nachrichten/wissen/katzen-aehneln-kindern-in-puncto-bindungsverhalten,RctFx8r

Quele Inhalt:https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bindung-an-bezugspersonen-katzen-und-kinder-reagieren-aehnlich-a-1288362.html

 

Katzen gelten als distanziert und eigenbrötlerisch. Dabei ist ihr Besitzer für die Tiere wichtiger als gedacht, ergab eine Studie. Forscher vergleichen die Bindungsfähigkeit von Katzen sogar mit der von Kleinkindern.


 

Den Strange Situation Test hat sich die amerikanisch-kanadische Psychologin Mary Ainsworth eigentlich für Kleinkinder und deren Mütter ausgedacht. Die 1999 verstorbene Forscherin untersuchte damit ab den späten Sechzigerjahren verschiedene Typen der Eltern-Kind-Bindung. Ein Team um Kristyn Vitale von der US-amerikanischen Oregon State University in Corvallis hat den Versuch nun etwas modifiziert: Sie beobachteten das Verhalten von jungen Katzen und deren Besitzern.

Dabei zeigte sich, dass sich Katzen offenbar auf ähnliche Weise an ihre menschlichen Bezugspersonen binden wie kleine Kinder an ihre Eltern. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Current Biology" .

Insgesamt hatten 79 Katzen im Alter von drei bis acht Monaten und ihre Halter an der Studie teilgenommen. Die Besitzer mussten ihre Tiere jeweils in einen durch Kameras überwachten Raum mitnehmen, in dem sie zunächst zwei Minuten zusammen waren, dann aber allein hinausgingen. Anschließend war die Katze zwei Minuten lang in dem Raum allein. Danach kehrte der Besitzer zurück.

 

Bindungsverhalten genetisch beeinflusst

Die Katzen reagierten unterschiedlich auf die Situation, 70 der 79 Katzen ließen sich nach ihrem Verhalten aber klar einem von vier Bindungstypen zuordnen:

 

  • Bei vielen Katzen ließ der Stress durch die Rückkehr der Halter sofort nach; sie suchten nach der Trennung die Nähe des Besitzers und erkundeten dann weiter den Raum. Der Mensch stellte offensichtlich eine sichere Basis dar, mit dessen Rückhalt Katzen sich zutrauten, neue Situationen zu meistern.
  • Andere Katzen waren nach der Rückkehr des Besitzers weiterhin ängstlich und wichen ihren Haltern nicht mehr von der Seite - dies wurde als "unsicher-ambivalente Bindung" bezeichnet.
  • Wieder andere zollten dem rückkehrenden Besitzer wenig Beachtung ("unsicher-vermeidende Bindung").
  • Bei einer vierten Gruppe schienen die Gefühle im Widerstreit zwischen dem Wunsch nach Nähe und nach Vermeidung zu sein ("desorganisierte Bindung").

 

Das erste Verhaltensmuster aus der Liste wurde als Ausdruck einer sicheren Bindung an den Besitzer klassifiziert, drei andere Verhaltensmuster als Ausdruck einer unsicheren Bindung. Insgesamt waren 64,3 Prozent der jungen Katzen sicher, 35,7 Prozent unsicher gebunden.

Die Wissenschaftler heben hervor, dass sich das Bindungsverhalten der Katzen in der Testsituation auch nach einem sechswöchigen Verhaltenstraining, in das ein Teil der Katzen einbezogen wurde und das die Bindung zwischen Katzen und Haltern intensivieren sollte, nur unwesentlich änderte: In diesem zweiten Durchlauf erwiesen sich 68,6 Prozent der Katzen als sicher, 31,4 Prozent als unsicher gebunden.

Die Studienautoren folgern daraus, dass die Art der Bindung bei Katzen auch genetisch beeinflusst wird. Als die Forscher den Versuch mit 38 erwachsenen Katzen wiederholten, zeigte sich eine ganz ähnliche prozentuale Verteilung, was belegt, dass das Bindungsverhalten von Katzen über ihre Jugend hinaus stabil bleibt.

 

Das Vorurteil von der scheuen und distanzierten Katze

Im Vergleich mit dem Menschen sei ein weiterer Aspekt interessant, so das Team: Auch bei Kindern sind 65 Prozent sicher gebunden, hatten Tests ergeben. "Hauskatzen spiegeln dies auf sehr ähnliche Weise", so Vitale. Die soziale Flexibilität der Tiere könne den Katzen auch den Weg in die Haushalte der Menschen geebnet haben.

Vitale hebt außerdem hervor, dass die Besitzer von sicher gebundenen Katzen für die Tiere eine Quelle von Trost und Sicherheit sind. Das Vorurteil, alle Katzen seien scheu und distanziert, könnte sich also entwickelt haben, weil das Verhalten unsicher-gebundener Katzen verallgemeinert wurde.

Vielleicht hat die Sache auch mit einer anderen Eigenschaft der Tiere zu tun. Eine im Frühjahr veröffentlichte japanische Studie hatte gezeigt, dass Katzen in der Lage sind ihren Namen zu erkennen. Ob die Tiere aber darauf gehorchen, war eine andere Frage.



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